Harninkontinenz und Blasenfunktionsstörungen

- Harninkontinenz / Blasenfunktionsstörungen -

Harninkontinenz
Die unfreiwillige Abgabe von Urin wird als Harninkontinenz bezeichnet. Das ist auf die mangelnde Fähigkeit des Körpers zurückzuführen, den Blaseninhalt sicher zu speichern oder selbst zu bestimmen, wann und wo er entleert werden soll. Es gibt ganz unterschiedliche Arten von Harninkontinenz. Welche Form der Inkontinenz vorliegt und welche Therapie eingesetzt werden muss, klären unsere Fachärzte mittels spezialisierter Diagnostik.

Folgende Formen der Inkontinenz können auftreten (Quelle: Harn- und Stuhlinkontinenz, Deutsche Kontinenz Gesellschaft e.V. (Hrsg.), 2012):

Belastungsinkontinenz

Wenn beim Niesen, Lachen, beim Heben oder Tragen unkontrolliert Urin abgeht, spricht man von Belastungsinkontinenz. Bei Betroffenen ist meist der Schließmechanismus der Harnröhre geschädigt, was zum Abgang des Urins meist in Spritzern führt.

Bei Frauen ist meist eine Bindegewebsschwäche, Geburten oder die hormonelle Umstellung während der Wechseljahre eine Ursache für die Schwächung der Beckenbodenmuskulatur.

Bei Männern kann eine Prostataoperation zu Belastungsinkontinenz führen.

Dranginkontinenz / Überaktive Blase

Von Dranginkontinenz Betroffene müssen überdurchschnittlich oft zur Toilette. Der Harndrang tritt meist überfallartig auf. Meist wird bereits Urin verloren, bevor die Toilette erreicht wird.

Mischinkontinenz

Belastungs- und Dranginkontinenz können auch in Kombination auftreten. Dann wird von Mischinkontinenz gesprochen.

Überlaufinkontinenz

Kommt es zu einem unkontrolliertem Überlaufen der Blase aufgrund einer blockierten Harnröhre oder einer schwachen Blasenmuskulatur, leiden die Betroffenen an Überlaufinkontinenz.

Extraurethrale Inkontinenz

Bei dieser Form der Inkontinenz geht Urin nicht über die Harnröhre, sondern durch fehlangelegte oder fehlgebildete Abgänge verloren.

Bei Erwachsenen sind häufiger Urinfisteln die Ursache dafür. Unter diesen versteht man kleine Gänge die sich zwischen verschiedenen Organen ausbilden können, z. B. zwischen Blase und Scheide.

Blasenentleerungsstörungen
Sowohl Frauen als auch Männer können unter Entleerungsstörungen der Blase leiden, d.h. die Blase entleert sich unvollständig (Restharnbildung) oder viel zu selten. Die Ursachen sind meist vielfältig und erst durch eine genaue Diagnostik eindeutig zuzuordnen. Unter Umständen liegen Mischformen von Speicher- und Entleerungsproblemen vor.

Blasenentzündungsbeschwerden
Harnwegsinfektionen sind oft sehr lästig, weil sie eine Vielzahl unangenehmer Symptome, wie Schmerzen und Harndrang verursachen, aber auch, weil sie nach zunächst erfolgreicher Behandlung häufig schnell wiederkehren, sich im Einzelfall arg verschlimmern oder chronisch werden können.

Harnwegsinfektionen sind die häufigsten bakteriellen Entzündungen überhaupt. Frauen sind 50-mal mehr betroffen als Männer. Die Entstehungswege sind dabei sehr unterschiedlich.

Die möglichen Krankheitssymptome der Blasenentzündung sind denen von anderen Blasenstörungen durchaus sehr ähnlich. Drang, häufiges Wasserlassen bis hin zur Inkontinenz können auch bei bestimmten Erkrankungen der Blase vorkommen, die nicht mit einer Infektion einhergehen. Auch das Auftreten von Blut im Urin muss nicht nur ein typisches Symptom einer Blasenentzündung zu sein. Kommt allerdings Fieber und Flankenschmerz hinzu, muss von einer komplizierten Form der Entzündung, hier zumeist einer Nierenbeckenentzündung ausgegangen werden.